I like Polka Dots

Eindrücke vom Jochen Distelmeyer Konzert

Posted in Music by arnekittler on August 31, 2009

Das gestrige Jochen Distelmeyer Konzert -eines seiner ersten Solokonzerte- war für mich wie wohl für die meisten allein schon deshalb spannend, weil das Konzert vor Veröffentlichung des Albums ‚Heavy‘ stattfand, ich also außer einem Stück auf der Website nicht wusste, was mich erwartet.
Das Konzert war dann eine Mischung aus neuen Solostücken gemischt mit Reinterpretationen von Blumfeld-Stücken aller Phasen bis zurück zu „Viel zu früh und immer wieder; Liebeslieder“ von ‚Ich Maschine‘, gespielt als Quintet mit bis zu drei Gitarren.
Die meisten neuen Stücke sind kompakte Rockstücke mit hohem Noise-Anteil (musste u.a. an die Melvins denken) und sehr prägnanten Hooklines, erstaunlicherweise konnte ich die Texte trotzdem wesentlich schlechter verstehen als bei den wesentlich „volleren“ alten Stücken – aber vielleicht ist das auch eine Wahrnehmungstäuschung und ich verstand die alten Texte einfach deshalb weil ich sie schon kannte.
Beim ersten Hören gefielen mir nur einige der neuen Stücke richtig gut, andere wirkten auf mich auch aufgrund der Art des Vortrags fast schon abweisend und ich bin gespannt wie sie auf Platte klingen. Insgesamt wurde das Konzert mit zunehmender Lockerheit der Band gegen Ende deutlich besser und es mag auch an dieser anfänglichen Steifheit/Angespanntheit gelegen haben, dass die vor allem am Anfang gespielten neuen Stücke irgendwie abgeschottet wirkten. – ertappe mich während ich das schreibe gerade dabei, daß ich hier möglicherweise auch dem in vielen Blumfeld-Rezensionen zu beobachtenden Überhöhungs-Effekt aufsitze und die Gründe für mein Mißfallen primär bei mir suche, statt auch die Möglichkeit zuzulassen, daß einige Stücke vielleicht einfach nicht mein Ding sind und ich auf harmonisch vielschichtiger angelegte Stücke gehofft hatte.

Nach dem Konzert fiel mir auf, daß ich eigentlich nur in der Anfangsphase von Blumfeld einen wirklich persönlichen Bezug zu den Texten hatte (u.a. „sind zwei zuviel um frei zu sein; oder brauch ich dich um ich zu sein?“ von Ich-Maschine – eine Frage, die mich damals stark umtrieb und die ich jetzt schon lange für mich mit „letzterem“ beantwortet habe). Danach mochte ich die Texte zwar aufgrund ihrer sprachlichen Fertigkeit, hörte Blumfeld wenn ich es mir recht überlege aber vor allem der Musik wegen so gerne. Thematisch hatten die Stücke dagegen nicht viel mit mir zu tun. Das scheint sich jetzt teilweise wieder zu ändern: Jochen Distelmeyer ist offenbar auch seit ein paar Jahren Vater ist und es gibt u.a. in dem Stück „Murmel“ väterliche Perspektiven, zu denen ich einen stärkeren persönlichen Bezug habe und die mich auch textlich berühren.

Interessanterweise lief vor und nach dem Konzert Tortoise ( ich glaube ‚Millions now living will never die‘) – und damit die prägendste Band des anderen Genres, das meine musikalische Entwicklung in den 90ern beeinflußt hat.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: